mit der einführung des g5-imacs hat apple ein gerät vorgestellt, dessen design bis heute überzeugt. bei der ersten generation der flachbildschirm-imacs erlaubte es apple auch noch, das der benutzer selber hand anlegen darf: auf den apple-seiten sind entsprechende dokumente abgelegt, wie man das gerät fachmännisch öffnet und einzelne bauteile wie festplatte oder dvd-laufwerk wechseln kann ... (link)
auch eine einfache diagnosefunktion in form von led's ist auf der hauptplatine enthalten, die es einem laien nach anleitung ermöglicht eine erste, grobe fehlersuche bei fehlfunktionen vorzunehmen. (link1, link2)
leider gab es in den geräten der ersten generation z.t. qualitätsprobleme mit elektrolyt-kondensatoren, einem nur wenige cent teurem bauteil, das auch in vielen anderen elektronischen geräten wie z.b. netzteilen benötigt wird. schlechte oder schon fehlerhaft produzierte kondensatoren sorgen mitunter erst nach monaten bis jahren für ausfälle - gewissermassen eine kleine zeitbombe die dann zuverlässig nach garantieablauf für ärger sorgt.
hier hat apple reagiert! problem erkannt, problem gebannt und ein reparatur-verlängerungs-programm ins leben gerufen, das eine reparatur der betroffenen geräte ermöglicht hat bzw. ermöglicht hätte (link) doch bedauerlicherweise endet das programm nach ablauf von 3 jahren nach kaufdatum.
doch was tun, wenn man nun ein gerät besitzt, was genau dieses beschriebene problem erst nach 3 jahren + 3 monaten aufweist, und die erweiterte gewährleistung damit leider schon abgelaufen ist?
man checkt also nochmal alles durch - zuerst die seriennummer (link):

gut! das gerät fällt also in die reihe derer, die ein "... problem mit video- oder stromversorgung ..." haben bzw. haben könnten (link)
das monitorbild passt auch auf die beschreibungen, wie sie von vielen anderen usern im support-forum auf der apple-seite beschrieben werden (link). die suche nach "g5 display problems" o.ä. fördert diverse einträge zutage ...

horizontale, bunte linen die auf den ersten blick eine fehlfunktion der grafikkarte vermuten lassen, aber der rechner will auch nicht mehr richtig booten ...
man greift zum schraubendreher und öffnet (benutzerfreundlichst) mit 3 schrauben den imac, um zu sehen was die diagnose-led's anzeigen. aber hier scheint elektronisch alles o.k. zu sein (link):

nachdem der rechner nun schon geöffnet ist, kann man sich einmal ausführlich am anblick des sehr sauberen aufbaus des innenlebens erfreuen! design durch und durch gewissermassen ...
doch was muss man da entdecken: 4 der elektrolyt-kondensatoren haben eine gelbliche substanz auf ihrer oberseite abgesondert ...

das scheint ausgetretenes elektrolyt zu sein - also mal genauer hinschauen ...
ja, der verdacht bestätigt sich - auch das "deckelchen" der kondensatoren ist so seltsam nach oben gewölbt:

sieht irgendwie nicht so vertrauenserweckend aus ...
die ganze reihe links neben dem prozessor, also insgesamt 10 der kondensatoren, weisen alle die verformung auf; die 4 links daneben scheinen aber in ordnung zu sein:

also was tun?
man sucht hilfe beim fachmann, einem autorisierten apple service provider. der bietet einem an, das gerät auf eigene kosten zu reparieren, denn das apple-reparatur-verlängerungs-programm sei ja nun mal schon abgelaufen und man könne da leider nichts machen.
ein auswechseln der kondenstoren sei nicht möglich -> das problem liesse sich nur durch einen komplettaustausch des mainboards beheben -> apple hat hier schliesslich seine qualitätsansprüche in sachen fachmännischer reparatur und die müsse man erfüllen -> würde also kosten:
-> 657,- € + 19% mwst für ein neues mainboard
-> 66,- € + 19% mwst für den austausch
alles in allem 860,37 € inkl. mwst., also knapp 100,- € unter dem preis eines neuen imac, wenn man die stunden die man bis dato bereits mit dem problem verbracht hat hier nicht miteinrechnet ...
verzweifelt sucht man hilfe im internet, wird z.t. fündig und schliesslich selbst zum blogger und veröffentlicht diese geschichte um leidenskollegen zu finden, die die gleiche, ohnmächtige erfahrung gemacht haben oder demnächst machen müssen ...
und nun? einen schönen, sehr gut erhaltenen, bis dato zuverlässigen und liebgewonnenen rechner entsorgen, weil ein cent-bauteil mit qualitätsproblemen zu einem totalausfall führt und eine reparatur fast genausoviel kosten würde wie ein neugerät?
die neueren imac's lassen sich nicht mehr so leicht öffnen (link) - warum wohl?
gerade in diesen tagen glänzt apple mit enormen gewinnen und hohen steigerungsraten bei den verkaufszahlen des neuen imac (link). wie viele davon wurden wohl gekauft, weil sich die reparatur eines 'alten' imacs nicht mehr gelohnt hat?
wer hat ähnliche erfahrungen gemacht und seinen kaputten g5-imac noch in der ecke stehen? mal lust nachzuschauen, ob da auch elkos drinnen stecken bei denen das deckelchen nach oben gewölbt ist und/oder elektrolyt austritt?